Drive-In falsch eingedeutscht? Drive-In v/s Drive-Thru

Laut des Robert Koch Instituts gibt es aktuell in Deutschland immer mehr Drive-In-Teststationen für das Coronavirus. Aber wäre es richtig eingedeutscht worden, würden wir von Drive-Thru-Teststationen sprechen.

In der Tat: Drive-In ist die englische Bezeichnung für ein Autokino während Drive-Through (oder noch häufiger Drive-Thru) die Bezeichnung für das ist, was man von McDonalds, Burger King & Co. so kennt.

Und wer schon in den Staaten oder Kanada gewesen ist, weiß, dass es jede Menge Drive-Thrus in Amerika gibt, auch für Dienstleistungen, die man in Deutschland nur aus der Fußgängerzone so kennt: Es gibt nicht nur Drive-Thru-Fastfood, sondern auch Drive-Thru-Banking, Drive-Thru-Postboxen, Drive-Thru-Apotheken, Drive-Thru-Fotoentwicklung und in Las Vegas sogar die berühmten Drive-Thru-Hochzeitskapellen!

Auch in meinem Heimatstaat Virginia und im benachbarten Bundesstaat North Carolina gibt es entlang der Atlantikküste eine wirklich ganz besondere Drive-Thru-Dienstleistung: Man nennt einen solchen Laden „Brew-Thru“, zu Deutsch also „Bräu-In“–da kann man tatsächlich Bier, Wein und Eis kaufen, ohne aus dem Auto steigen zu müssen!

Ziemlich geil oder? Aber vielleicht sollten wir unserer aller Gesundheit wegen doch dafür dankbar sein, dass man in Deutschland viel mehr „incidental exercise“ (Zufallstraining) bekommt, dadurch das wir doch aus unseren Autos aussteigen zu müssen, wenn wir einkaufen oder einen Geldautomaten benutzen wollen.

Woher kommt das Wort „OK“?

OK! Here we go. OK (so schreibt man es im Deutschen laut Duden!) ist eines der am häufigsten gebrauchten Wörter der Welt. Es hat sich inzwischen in etlichen Sprachen durchsetzen können. Es ist sogar das erste Wort, dass der Mensch auf dem Mond geäußert hat! Aber woher kommt das Wort OK? Und wofür steht es denn?

OK! Here we go. OK (so schreibt man es im Deutschen laut Duden!) ist eines der am häufigsten gebrauchten Wörter der Welt. Es hat sich inzwischen in etlichen Sprachen durchsetzen können. Es ist sogar das erste Wort, dass der Mensch auf dem Mond geäußert hat! Aber woher kommt das Wort OK? Und wofür steht es denn?

In der Tat hat OK seine Ursprünge in meiner Heimat, den Vereinigten Staaten. Und zwar im 19. Jahrhundert im Raum Boston. OK… aber wie und warum?

Heutzutage werden wir regelrecht bombardiert mit Memes. So ähnlich war das zu der Zeit unter den jungen Eliten, die Ivy League Universitäten besuchten: Es war damals modisch geworden, mit Absicht eine völlig falsche Rechtschreibung zu verwenden, um sich über die Unterklasse lustig zu machen. Und auch Abkürzungen waren zu der Zeit anhand der damals neuerfundene Technik des Telegramms weit verbreitet. Und OK?

OK steht für Oll Korrekt.. also „All Correct“. Und da es kurz und knackig war, setzte sich OK rapide unter den Telegrafisten durch, deren offizielles Handbuch nach einiger Zeit am Ende einer jeden Nachricht sogar ein „OK“ als klare Bestätigung einer vollständig erhaltenen Nachricht vorschrieb.

OK setzte sich dann so gut wie überall durch. Und ist somit sozusagen das erfolgreichste Meme aller Zeiten.

In diesem Video von Vox wird die komplette Geschichte super zusammengefasst. Viel Spaß beim Gucken!

Warum Amerikaner andauernd „like“ sagen

Likes: Da reden wir nicht von Herzchen auf Instagram oder Däumchen auf Facebook.

„Like“ kennen wir als Deutschsprechende am ehesten als das englische Verb für mögen oder das englische Adjektiv für ähnlich. Wer aber aufpasst, stellt schnell fest, dass in der gesprochenen Sprache – insbesondere in den Vereinigten Staaten – Natives das Wort erstaunlich häufig… ganz anders benutzen.

Was ist denn damit?

Dieses Video liefert eine super gute Erklärung. Schaut rein! Aber keine Sorge: Wer kein so gutes Englisch spricht, kann auch unten die Erklärung auf Deutsch lesen.

https://www.youtube.com/watch?v=MTDjXr7cUnY

Im Grunde gibt es neben dem Gebrauch als Adjektiv (ähnlich) und Verb (mögen) vier weitere Gebrauchsweisen:

Es gibt das zitierende like:

So she was like, „Do you want to go the movies?“ and I was like, „I’m actually really busy this week.“

Als Füllwort, wenn wir im Redefluss eine Pause brauchen:

„It was really just amazing. Like, I kept thinking about it afterwards.“

Als ein in der Linguistik sogenannter Heckenausdruck, d.h. eine adverbiale oder adjektivische Sprachwendung, mit der der Sprecher eine Aussage darüber macht, in welchem Maße er bestimmte Dinge einer Kategorie zuordnet.

„That happened, like, 5 minutes ago.“

Und letztens als Diskurspartikel, um eine Aussage zu betonen, wie das Beispiel im Video:

„She has this bananas phobia of blood. Like, it’s… she’s completely, like, debilitated…“

Zudem schreiben einige Forscher, dass das Wort auch eine soziale Funktion erfülle, indem das Wort eingesetzt wird, um eine Lockerheit und Informalität in der Sprechsituation zu vermitteln, insbesondere unter jüngeren Sprechern.

Eine ziemlich breitgefächerte Funktion erfüllt das kleine Wort like also. Passt also auf bei der nächsten Runde auf Netflix-Binge-Watching (zu Deutsch ugs. „Koma glotzen„) – wir müssen uns beim ganzen Corona-Social-Distancing irgendwie noch unterhalten!

Das perfekte Motivationsschreiben

„Auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung…“

„Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebenen Stelle als…“

Will man den Personaler wirklich zum Einschlafen bringen? Leider hinterlässt ein „klassisches“ Motivationsschreiben genau diesen Eindruck.

Ziel des Motivationsschreibens sollte es, einem Arbeitgeber darzulegen, warum man eine Stelle gerne antreten möchte. Vergeuden Sie also unsere kostbare Zeit nicht damit, uns zu erklären, dass Sie auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind. Ist ja bei einer Bewerbung irgendwie schon logisch oder? Na also.

Das Motivationsschreiben verdeutlicht, warum man genau der geeignete Bewerber für eine Stelle ist. Wichtig ist auch, das man im Motivationsschreiben Aspekte erwähnen kann, die weder im Anschreiben noch im CV auftauchen. Nutzen Sie also diese Möglichkeit, um Ihr persönliches Branding zu klar und deutlich transportieren. Wer sind Sie als Profi? (Keine Ahnung? Ich kann Ihnen damit weiterhelfen!)

Was ist z.B. Ihr Persönlichkeitsprofil? Wird nach einem Team-Player gesucht, beschreiben Sie wer Sie als Glied im Team wirklich sind. Was macht das aus?

Bauen Sie dabei so wenig „Luft“ ein wie möglich (dabei sind Floskeln gemeint, die beispielsweise mit „hiermit“ beginnen). Schreiben Sie etwas authentisches! So hinterlassen Sie einen viel besseren Eindruck, als wenn wie sich hinter leeren Pro-Forma-Floskeln verstecken.

Mit einem starken Motivationsschreiben haben Sie erstmal einen Fuß in der Tür. Viel Erfolg!

Englische Grammatik auffrischen im Selbststudium

Das regelmäßige Sprechen mit einem Native Speaker ist zwar wirklich unschlagbar als effektivste Lösung für das nachhaltige Erlernen einer Zweitsprache. Leider ist es auch zugegebenermaßen eine langfristige und kostspielige Affäre. Nicht jeder kann sich die Zeit und das Geld dafür leisten. Leider!

Das Gute ist, dass jede Auseinandersetzung mit der Zweitsprache grundsätzlich gut ist. Hier finden Sie ein paar gute Tipps für das Englischlernen im Alltag. Auch im Selbststudium kommt man ein gutes Stück weiter für viel weniger Geld. Dazu gibt es diverse, kostengünstigere Lösung als die muttersprachliche Begleitung. Hier finden Sie zwei Vorschläge für den Lernerfolg je nach Kenntnisstand:

Für Beginner:

Raymond Murphy’s Grammar in Use Serie ist grundsätzlich für Grammatik-Freunde sehr empfehlenswert für das Selbststudium. Im Handel überall erhältlich. Unterstützen Sie Ihre örtliche Buchhandlung! Auch online zu bestellen, einfach rechts auf das Bild klicken.

Die Übungen sind sehr intuitiv aufgebaut: Wirklich gutes Lernzeug!

Für Erfahrene:

Wieder einmal von der Grammar in Use Serie, ist das blaue Buch super geeignet für selbstsicherere Nutzer, die sich trotzdem ein vertieftes Auffrischen Ihrer Grammatik wünschen.

Genauso intuitiv für das Lernen wie das rote Buch, nur hier geht es ein bisschen zügiger voran. Cambridge knows what’s up, definitiv!

Viel Spaß beim Pauken!

Nach der Anrede groß oder klein weiterschreiben im Englischen?

Wenn ich einen Fehler erwähnen müsste—ob es um Berufstätige oder Studierende geht—den ich häufiger als jeden anderen sehe, dass hat dieser mit der Antwort auf die folgende Frage zu tun: Schreibe ich im Englischen nach der Anrede Groß oder klein weiter?

Es gibt eine unschlagbare Eselsbrücke hierfür. Merkt Euch: Es ist andersals im Deutschen: Schreiben Sie also das erste Wort groß weiter und zwar egal welches Wort es ist. 

Im Deutschen gilt die Anrede als Anfang des Satzes. Im Englischen beginnt der Satz mit dem ersten Wort, das am Anfang des ersten Absatzes steht. Daher gilt:

Hi Sandra, 

How are you? = richtig

Hi Dan,

how are you? = falsch !

So remember: the first word that falls is never small. Get it right, guys: capitalize!

somewhat / something/ somehow / somewhere / some kind of / some way / someday

Looking for some answers? Some way to understand the differences between these words? I’m here to help! Oft höre ich in Deutschland Sätze wie “He was some kind of surprised.” Geht das?

Hier einmal eine knackige Erklärung: 

somewhat– “etwas1” 

I was somewhatupset after the car accident.

something – “etwas2

            By the look on her face I could tell somethingwas wrong. 

somehow– “irgendwie”

            I’m confident we’ll come to an agreement somehow

somewhere– “irgendwo”

            I must have left my bag somewhere. I can’t find it. 

some kind of– “irgendeine Art von”

He pulled some kind ofdevice out of his pocket. I’m not sure what it was for. 

some way – “irgendeine Weise/Möglichkeit”

Surely there must be some way to get an earlier appointment. 

someday – “eines Tages”

            I know I’ll meet the man of my dreams someday

It would seem there’s almost nothing some can’t do. I’m sure you’ll get along somehow. Enjoy!

Unterschied zwischen „whatever“ and „whatsoever“

Ein kleines “so” dazwischen macht so einen Unterschied:

“Whatever” Dieses Wort benutzen wir Native Speaker ziemlich häufig – man kann es vielseitig übersetzen: egal / meinetwegen / was auch immer / mir egal / was soll’s / (whatever happens / whatever you do = unter allen/keinen Umständen) / was in aller Welt

  • If you go to Marina’s house, whateveryou do, don’t try her dessert. It’s always terrible. (unter keinen Umständen / auf gar keinen Fall)
  • Shall we have for dinner? We can have whateveryou want. (was auch immer)
  • Whatevercould have happened to make him that upset? (was in aller Welt)
  • You can’t tell Sandra what to do. She’ll do whatevershe wants anyway. 
  • A: Let’s go to that pizza place down the street for dinner. B: Whatever, sounds just fine to me. (was soll’s / mir egal)

“Whatsoever + negative” – auch hier gibt es diverse Übersetzungen: gar nichts/keinen / überhaupt nichts/kein / jegliche / jedwede 

  • I have no doubt whatsoever you’ll do well on your exam. (überhaupt keinen Zweifel)
  • He seemed to burst into tears for no reason whatsoever. (ohne jeglichen Grund)
  • In the prewar period these ideas had not been realized in any form whatsoever(gar keinen)

Learning in chunks: Chunking für den Erfolg

In der Psycholinguistik beschreibt Chunking die Bildung von Blöcken sprachlicher Information. So werden Inhalte portioniert, damit sie besser im Kurzzeitgedächtnis verarbeitet werden können.

Es handelt sich um Kollokationen, Redewendungen, Phrasal-Verbs (Verb + Adverbpartikel bzw. Verb + Präposition), usw.

by the way

in the blink of an eye

Know what I mean?

break the ice

connect the dots

with the stroke of a pen

Got it?

Wenn es um das Erlernen einer Zweitsprache geht, sollte man Chunking–so hilfreich es ist–allerdings nicht überbewerten. Auch wenn Sie über Jahre 10 Stück davon jeden Tag auswendiglernen würden, würden Sie immer noch nicht an den zehn- bis hunderttausend Chunks eines Native Speakers nahe kommen.

Gleichwohl kann es durchaus sinnvoll sein, Vokabeln, Phrasen und grammatische Regeln „chunkweise“ zu lernen. Wissen Sie z.B., wie Gänseblümchen auf Englisch heißen? Antwort: Daisies. Wissen Sie, was gemeint ist, wenn man „pushing up daisies“ sagt? So betrachtet man im Englischen die Radieschen von unten: Skurilles Wissen für die nächste Party. Aber in so einem witzigen Chunk, bleibt das Wort „daisy“ schon eher hängen, oder?

Richtig richtig aussprechen

Es kommt mir so vor, als würde ich es immer und immer häufiger zu hören bekommen: 

RichtiG – mit einem deutlich ausgesprochenem “G” am Ende. Andauernd. Und immer häufgier im Radio, u.a. in Experteninterviews. 

Da höre ich schön mit als Ausländer und frage mich, was auf einmal in diesem Lande wohl los ist. 

Richtig richtig aussprechen: 

Richtig, richtig ausgesprochen, klingt so: richtich. Es steht sogar so im Duden. Und es ist auch wichtich, richtig richtichauszusprechen. Sonst klingt man idiotisch. Oder so, als käme man aus irgendeiner komischen Ecke Bayerns.

Im Deutschen gibt es ein phonologisches Phänomen, das Endkonsonantenverhärtung heißt. Man hört es, sobald ein Muttersprachler versucht, ein englisches Wort auszusprechen: 

Dog klingt wie dock

Auch auf Deutsch: Hund wird nicht HunD mit einem “D” ausgesprochen—es klingt viel mehr wie HunT. Erst in der Mehrzahl kommt ein schönes D raus: Hunde. Vergleichen Sie doch: Hund, Hunde. 

Also angenommen, es wäre doch nicht korrekt, richtig “richtich” auszusprechen. Es müsste dann ja “richtiCK” heißen. Und das klingt erst recht falsch. Sagt ja keiner. Auch nicht die Experten, die im Radio meinen, ganz vornehm alles vor sich hin zu erzählen. 

  • richtig  
  • wichtig
  • ewig
  • traurig
  • fertig

Fertig… genauso fühle ich mich nämlich, wenn ich diese Hyperkorrektur höre. Richtig wäre es, wenn kein einziges G zu hören wäre. Machen Sie unsere Umwelt schöner für die Ohren. Der Verkehr ist ja laut genug. Sprechen Sie richtig richtig aus.  

Und erzählen Sie das bitte weiter.