Herbst im Englischen: Autumn oder Fall?

Autumn so Fall werden synonym für die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter verwendet. Beide werden im amerikanischen und britischen Englisch verwendet, aber fall kommt häufiger im amerikanischen Englisch vor. Autumn gilt im Allgemeinen als der formellere Name für die Jahreszeit.

Das ältere der beiden Wörter ist autumn, das um 1300 aus dem lateinischen Wort autumnus ins Englische kam. (Etymologen sind sich nicht sicher, woher das lateinische Wort stammt.) Die englischen Dichter waren wie eh und je begeistert von den Veränderungen, die der Herbst mit sich brachte, und mit der Zeit wurde der Ausdruck „der Fall der Blätter“ mit der Jahreszeit in Verbindung gebracht. In den 1600er Jahren wurde diese Bezeichnung auf fall verkürzt.

Zu dieser Zeit dehnte sich das englische Reich rasch aus, was bedeutete, dass sich das Englische in den neuen Kolonien ausbreitete, unter anderem im 16. Jahren in der Neuen Welt. Im Laufe der Zeit wichen das in Amerika gesprochene Englisch und das in Großbritannien gesprochene Englisch voneinander ab, da es nicht so viel Kontakt zwischen den beiden Gruppen von Englischsprechern gab. Mit der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten und der Entstehung ihrer nationalen Identität vergrößerte sich die Kluft zwischen den beiden Versionen des Englischen. (Think: soccer v/s football… beide Worte kommen ursprünglich aus Great Britain, und doch sind die Amis rein mit soccer unterwegs während die Briten ausschließlich football spielen).

Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich das amerikanische und das britische Englisch auseinanderentwickelt, und damit auch der Gebrauch der Wörter fall so autumn. Es ist unklar, warum das Wort fall in den Vereinigten Staaten florierte, aber Mitte des 18. Jahrhunderts wurde „fall“ von amerikanischen Lexikographen als rein amerikanisch angesehen. In Ländern, in denen britisches Englisch gesprochen wird, wird fall immer noch gelegentlich als die Bezeichnung für den Herbst verwendet, aber in der Regel nur in einer Handvoll fester Ausdrücke, wie „spring and fall“.

Einen schönen Herbst wünscht

Jesse

Wie sagt man „Vertretung“ oder „Stellvertretung“ auf English?

Wer vertritt dich, wenn du in den Urlaub fährst? Somebody’s got to cover for you. Die Wörter Vertretung/Stellvertretung/vertreten decken im Deutschen kontextuell eine ganze Bandbreite ab! Im Englischen ist es etwas schwammiger:

  • “I’m covering her shift this Tuesday.”
  • “I’m standing in for Sandra while she’s on vacation.”
  • “I spoke to a representative of the company.”
  • “She’s a substitute teacher.”
  • “I support that idea.”
  • “She’s the deputy chairperson of the board.”

Wie man sieht, gibt es viele verschiedene Flavors von Vertretung im Englischen. Die passende Übersetzung hängt vom Kontext ab. Traurig, aber wahr!

Ein schönes langes Wochenende wünscht

Jesse

„Happy“ oder „Lucky“: was ist der Unterschied?

Hin und wieder bringt man diese Worte durcheinander. Aus guten Gründen! Auf Deutsch deckt ein Wort alles ab: Glück

Happy ist ein Gefühl der Freude oder Zufriedenheit, die wir empfinden oder zeigen:

„John came over and looked happy and excited.“

“I’m really happy with my new haircut.”

Happy ist auch ein Gefühl des Vertrauens und der Zuversicht in eine Person, eine Vereinbarung oder eine Situation haben:

„She seemed really happy with our proposals.“

“They seemed happy with most of our ideas.”

Lucky bedeutet Glück haben, Glück bringen oder aus Glück resultieren.

“He was lucky he never got caught.”

“Best of luck!”

Happy with that explanation? Much luck getting it right!

Jesse

Wie sagt man „Feierabend“ im Englischen?

Everybody’s favorite time of day: der Feierabend. Aber wie wünscht man die Kollegen einen schönen Feierabend im Englischen?

Erstmal zum Deutschen:

Aus dem lateinischen Wort fēria für einen Wochentag oder kirchlichen Feiertag entwickelte sich das Wort fîra im Althochdeutschen, das „Fest“ oder „Ruhe“ bedeutete. Ab da kam’s zum Mittelhochdeuschen vîre für einen festlich begangenen Tag oder die Arbeitsruhe (von da kommt das Neuhochdeutsche „Feier“). Im 12. Jahrhundert bezeichnete dann vîr-âbent den Vorabend eines Feiertages. Dieser Begriff wurde dann ab dem 16. Jahrhundert unter dem Einfluss der Sprache der Handwerker umgedeutet zu „Beginn der Ruhezeit am Abend“.

In Amerika sagt man hierzu am ehesten „quitting time“, z.B. „It’s quitting time!“ – aber Kollegen sagen das nicht zueinander wie „schönen Feierabend“ (im Sinne von „ich wünsche dir einen“). Es ist eher die Feststellung „it’s quitting time (für mich)“! Ich gehe jetzt und verabschiede mich in den Feierabend, bzw. wir alle haben jetzt Feierabend und können endlich in die Abendruhe einkehren.

Und da es zufällig heute Freitag ist, muss ich an TGIF denken – thank God it’s Friday! Ein schönes Wochenende wünscht

Jesse

Stich im Englischen – “bite” oder „sting“? Was ist der Unterschied?

Neulich sagte eine Kursteilnehmerin „stitch“ im Sinne des Deutschen Wortes „Stich“, wie „Bienenstich“ oder „Insektenstich“… da musste ich an nähen denken, oder Fäden im medizinischen Sinne. Voll verständlich von ihr! Im Deutschen kann bei den meisten Insekten wunderbar mit einem Wort: Stich auskommen. Im Englischen unterscheiden wir in diesem Kontext zwischen den Worten „bite“ und „sting“:

Ein „Bite“ entsteht, wenn ein Insekt (z. B. eine Mücke oder eine Bettwanze) mit dem Mund in die Haut eines Menschen eindringt, in der Regel, um Nahrung aufzunehmen. „Bites“ jucken normalerweise. Na gut… Flohbiss gibt’s ja im Deutschen auch. Gibt’s andere Insektenbeispiele? Hummel z.B. scheinen tatsächlich zu stechen, auch wenn viele glauben, sie würden doch beißen.

Ein „Sting“ entsteht, wenn ein Insekt ein anderes Körperteil, z. B. einen mit Widerhaken versehenen Stachel am Schwanzende, benutzt, um die Haut zu durchbohren und ein Gift (Tiergift) zu injizieren. Sie tun dies in der Regel zur Selbstverteidigung. Stiche sind schmerzhafter als „Bites“.

Wurdest du also ge-stung, oder ge-bitten? Hängt vom Insekten ab 🐝

Wie spricht man „etc.“ aus?

Hin und wieder beobachte ich bei Teilnehmenden, dass sie über das englische Adverb „etc.“ stolpern, wenn sie z.B. Texte laut vorlesen.

Die lateinische Formulierung et cetera wird im Englischen seit dem frühen Mittelalter verwendet und bedeutet übersetzt „und andere der gleichen Art“ (im Sinne von usw. im Deutschen):

„We saw plenty of animals at the zoo, like elephants, chimpanzees, donkeys, etc.“

Oft höre ich, wie meine Teilnehmer die einzelnen Buchstaben laut vorlesen wie „E“ „T“ „C“

Dabei wird das Adverb wie folgt ausgesprochen:

US: /ɛtˈsɛtərə/ („et cetera“)

Alles wandelt sich, Bertolt Brecht, English translation

Alles wandelt sich


Alles wandelt sich. Neu beginnen
Kannst du mit dem letzten Atemzug.
Aber was geschehen ist, ist geschehen. Und das Wasser
Das du in den Wein gossest, kannst du
Nicht mehr herausschütten.

Was geschehen ist, ist geschehen. Das Wasser
Das du in den Wein gossest, kannst du
Nicht mehr herausschütten, aber
Alles wandelt sich. Neu beginnen
Kannst du mit dem letzten Atemzug.

Bertolt Brecht


All things transform

All things transform. Begin anew
You may with your last breath of air.
But what has happened, has happened. And the water
That you poured in the wine, you can
No longer pour out.

What has happened, has happened. The water
You poured in the wine, you can
No longer pour out, but
All things transform. Begin anew
You may with your last breath of air.

Translation by Jesse Kopp ©2024

Poem (the spirit likes to dress up) – Übersetzung ins Deutsche

Gedicht (die Seele verkleidet sich gerne)

Die Seele
mag es, sich so zu verkleiden:
zehn Finger,
zehn Zehen,

Schultern, und der ganze Rest
bei Nacht
in den schwarzen Ästen,
morgens

in den blauen Ästen
der Welt.
Sie könnte gleiten, natürlich,
zieht es aber vor,

raue Materie zu ergründen.
Luftiges formloses Ding,
sie braucht
die Metapher des Körpers,

Limette und Appetit,
Meeresflüßigkeiten;
sie braucht die Welt des Körpers,
Instinkt

und Vorstellungskraft
und die dunkle Umarmung der Zeit,
Süße
und Greifbarkeit,

verstanden zu werden,
mehr als pures Licht zu sein,
das brennt,
wo niemand ist –

so dringt sie in uns ein –
morgens
glänzt mit brachialer Geborgenheit
wie ein Blitzstich;

und bei Nacht
erleuchtet die tiefen und wundersamen
Ertränkungen des Körpers
wie ein Stern. 

― Mary Oliver

Übersetzung von Jesse Kopp ©2024

Doing business in Germany: cross-cultural considerations for English speakers

Doing business with Germans?

Germany is one of the world’s economic powerhouses, a major exporter of goods, and a key player in foreign trade on the global stage. There’s no doubt that there are great reasons for doing business with German companies. But it’s important to be familiarity with the German business culture to ensure success.

Cultural and language barriers can easily result in misunderstandings and frustration for all parties involved. That makes cross-cultural awareness key, also for the Anglo side of any deal. Understanding German business etiquette is well advised.

Tips for success in business with Germans: 

Most Germans speak English, of course, but not as well as their counterparts in countries like The Netherlands or in Scandinavia. And Anglo-Americans should be aware of the differences in the way Germans communicate. What do you need to know?

  • Be clear, consistent, and direct in your message.
  • Be sure to keep the rate of your speech moderate and keep your tone calm. Don’t use overly complicated wording.
  • You don’t need to be excessively polite and invest a lot of time building rapport. Getting to the point will build trust.
  • “I was wondering if you could…”, “Would you mind…”, or “I was hoping you might…” when assigning a task or making a request is less effective than “Please send me… by X clear deadline” (asked, in the best case, reasonably well in advance)
  • Don’t expect to get anywhere by dropping hints. Ask directly.
  • If you don’t understand what is meant clearly, ask for direct clarification. Don’t make assumptions.
  • Don’t embellish or exaggerate things. Stay down-to-earth and avoid excessive compliments. Germany isn’t a place for brown nosing.
  • Germans might think anything they perceive as excessive friendliness as your attempt to fool or manipulate them.
  • Many Germans might dress rather casually for work, but at work, Germans “wear a tie” mentally. They are there to be competent experts and do business, not make friends, and shoot the breeze. Stick to the facts, diplomacy and flattery are not important. Be aware that there is a “formal you” in German that is used in many business dealings, especially formal ones or for first encounters. What you might perceive as a sort of distance in communication, or a lack of warmth and excitement is not something you need to take personally. It’s business as usual.
  • Be on time. All Germans are not perfectly punctual on every single occasion, but most of them are, almost to a fault. Time has social value in Germany. If you are late, it will likely be very frowned upon, as your counterpart will likely perceive their valuable time has been wasted.
  • Plan meetings, assign tasks and inquire about information you might need well in advance. Don’t wait to do things at the last minute or ask someone to take care of something for you right away.
  • Be on time. If you are running late for a meeting, notify your counterpart as soon as you know you won’t be on time. Give them an ETA so they can devote that time to other tasks.
  • Define a structured agenda and prepare yourself for the meeting. Have any documentation that may be required prepared in advance.
  • Don’t be pushy, controlling or try to micromanage: Germans pride themselves on their work, and they enjoy working independently and autonomously. Intervening and encroaching communication will imply a lack of trust in your counterpart that will not be understood or appreciated.

Conclusion

In recent years Germans, especially those who do a lot of business internationally, have become more flexible and adaptable when it comes to using English in business, and dealing with Anglo-American counterparts. But it’s a great idea to keep the above in mind so you have a clearer understanding of the “no-nonsense” German gold standard for getting things done pragmatically, efficiently and without.

Ein Gedicht, Marie Luise Kaschnitz (1962) – Übersetzung ins Englische

A poem

A poem, made from words.
Where do the words come from?
From the joints like woodlice,
From the cornstalk like flowers,
From the fire like whistles,
What comes to me, I take,

To comb it against the grain,
To pair it unnaturally,
To shear it naked,
To wash it in lye
My word

My dove, my stranger,
Torn from the lips,
Thrust from breath,
Written in the drifting sand

With its peers
With its rivals

Line for line,
My own desert
Line for line
My paradise.

– Marie Luise Kaschnitz (1962)

Übersetzer: Jesse Kopp

Original:

Ein Gedicht

Ein Gedicht, aus Worten gemacht.
Wo kommen die Worte her?
Aus den Fugen wie Asseln,
Aus dem Maistrauch wie Blüten,
Aus dem Feuer wie Pfiffe,
Was mir zufällt, nehm ich,

Es zu kämmen gegen den Strich,
Es zu paaren widernatürlich,
Es nackt zu scheren,
In Lauge zu waschen
Mein Wort

Meine Taube, mein Fremdling,
Von den Lippen zerrissen,
Vom Atem gestoßen,
In den Flugsand geschrieben

Mit seinesgleichen
Mit seinesungleichen

Zeile für Zeile,
Meine eigene Wüste
Zeile für Zeile
Mein Paradies.