Kulturelle Unterschiede zwischen Amerikaner und Deutsche im Privat- und Berufsleben

Foto eines Mannes auf einer Blumenwiese

US-Amerikaner und Deutsche haben viele Gemeinsamkeiten. Und auch gibt es Unterschiede, sowohl in ihrer Art zu kommunizieren als auch bei der Arbeit und in der Kultur. Hier gehe ich auf einige Punkte ein, die in meiner Erfahrung wesentlich sind.

Verständnis für andere zu haben beginnt mit Selbstverständnis. Jeder Mensch ist im Wesentlichen ein Produkt seiner Lebenserfahrungen. Und die Erfahrungen, die uns prägen, werden bestimmt von unserem Umfeld – beginnend im Elternhaus und später auch noch von der weiteren Welt um uns herum, wozu die Heimat und ihrer Sprache und Kultur mit ihren Normen und Werten gehört. Was macht es für dich aus in Deutschland zu leben und arbeiten? Was bedeutet das für dich persönlich? Siehst du dich anteilig in den untenstehenden Erläuterungen gespiegelt?

Den Post habe ich in den folgenden Themenbereichen gegliedert:

Kommunikationsunterschiede USA/DE

In den Vereinigten Staaten ist die Kommunikation in der Regel direkt, wenn auch in der Regel informell und mit einer starken Ergebnisorientierung. Offenheit, Durchsetzungsfähigkeit und Effizienz werden hochgeschätzt. Der Amerikaner kann lockerer und wärmer rüberkommen im Umgang, auch wenn er durchaus Wert auf Klartext legt. In Deutschland ist die Kommunikation zwar ebenfalls sehr direkt, aber tendenziell formeller, strukturierter und detailorientierter. Der Respekt vor Hierarchien und die Vorliebe für Klarheit und Präzision sind wichtige Aspekte der deutschen Kommunikation.

Verschiedene Auslegungen von “Freiheit”

Freiheit bedeutet für Deutsche etwas anderes als für Amerikaner, und das prägt auch die Kultur. In den Vereinigten Staaten wird ein “pionierhafter”, eigenständiger Ansatz geschätzt. Der amerikanische Traum bedeutet, dass viele Menschen wirklich glauben, dass mit genügend harter Arbeit und ein bisschen Glück fast alles möglich ist. Geschichten vom Tellerwäscher zum Millionär werden kulturell idealisiert. Die Amerikaner sind auch sehr mobil und ziehen möglicherweise quer durch das Land, um eine Karrierechance zu verfolgen oder auch „einfach so“. In Deutschland sind die Menschen viel sesshafter, hier sind Menschen regionalgeografisch sowie beruflich stärker verwurzelt. Freiheit in Deutschland bedeutet eher, robuste Strukturen und Sicherheitsnetze für alle zu schaffen, die Instabilität und Unsicherheit im Leben minimieren—möglichst von Unsicherheit befreit sein. Es gibt eine starke Präferenz für deduktive statt induktiver Ansätze – also einen top-down-orientierten, systematischen Stil –, sei es beim Denken, Präsentieren oder Planen: Um fortfahren zu können, muss ein systematischer Überblick gegeben sein. Details sind ebenso wichtig, um Gewissheit zu schaffen, dass ein bestimmtes Thema oder Projekt von vornherein gut durchdacht ist. Während der Amerikaner eher der Generalist mit Unternehmergeist ist, gleicht der Deutsche seine Angst vor Unsicherheit durch starkes Vertrauen in Fachwissen aus.

Spontanität v/s Verbindlichkeit

Klar: Wenn wir verallgemeinern, geht immer etwas verloren, aber ich glaube, dass es stimmt, dass Amerikaner tendenziell spontaner, geselliger und offener sind und dass sie von Natur aus flexibler und anpassungsfähiger sind, auch im Beruf. Amerikaner können sehr spontan sein – sogar opportunistisch – auch bei der Planung ihres Privatlebens. Pläne in letzter Minute zu ändern, ist ziemlich normal. In Deutschland macht man Pläne und hält sich möglichst daran, sowohl im Beruf als auch im Privatleben, sogar in einem Ausmaß, dass es relativ schwierig sein kann, spontan etwas mit anderen zu Unternehmen – auch unter guten Freunden. Dinge müssen eher Wochen oder sogar Monate im Voraus vereinbart sein. Ich musste mich innerlich ziemlich umorientieren: Wenn man möchte, dass jemand zu seiner Geburtstagsparty kommt, dann muss er drei Monate bis ein halbes Jahr im Voraus einladen werden. Was ich aber als sehr schön empfinde ist, dass wenn Deutsche dir ihre Zusage geben, dann kommen sie auch schließlich. Viel Wert wird in Deutschland auf Zuverlässig gelegen. Wenn man sagt, man werde etwas tun, dann tut man es in der Regel auch.

Optimismus v/s Pessimismus

Im Allgemeinen neigen die Menschen in den Vereinigten Staaten dazu, sich auf das große Ganze zu konzentrieren, emotiver im Ausdruck zu sein und sich eher auf das Positive als auf das Negative zu fokussieren. Deutsche sehen die Welt eher nicht durch eine rosarote Brille, sondern betrachten die Dinge eher realistisch, so wie sie sind, und nicht so, wie sie sein könnten. Eine kürzlich an der Stanford University durchgeführte Studie hat beispielsweise gezeigt, dass Amerikaner beim Versenden von Beileidskarten nach einem Todesfall die Tendenz haben, Karten zu wählen, die Ausdrücke von Trauer oder Kummer – die untrennbar mit einem Verlust verbunden sind – meiden, und stattdessen Beileidskarten bevorzugen, die sich auf Botschaften wie „die Liebe lebt weiter“ oder „mögen schöne Erinnerungen dir Trost spenden“ konzentrieren, während Deutsche Karten bevorzugen, die die negativen emotionalen Auswirkungen des Todes eines geliebten Menschen direkt anerkennen: „Worte können ein schweres Herz nicht erleichtern“ oder „in tiefer Trauer“.

Ich will nicht behaupten, dass der Amerikaner sich nie über Dinge beschwert, aber wenn man in Deutschland eines wirklich gut kann, dann ist es nörgeln—das ist fast der deutsche Nationalsport. Belauscht man Gespräche, kommt es einem so vor, als würde alles nur noch den Bach runtergehen – als wäre das Land – von den Autobahnen und der Bahn bis hin zu den Brücken – in einem desolaten Zustand sei. Die Steuern sind zu hoch. Die Politiker sind inkompetent und zu selbstgefällig. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Das Komische? Anders als in den USA gibt es keine riesigen Schlaglöcher überall in den Straßen, es gibt öffentliche Verkehrsmittel – sogar außerhalb der deutschen Großstädte – die im Allgemeinen zuverlässig sind. Jeder hier ist krankenversichert, man hat vier bis acht Wochen bezahlten Urlaub, und die Politiker – so sehr man sich zwischendurch ärgern mag – sind nicht unfähiger als anderswo. Ich muss nur an Trump denken… Psychologe Michael Boiger fasst es so zusammen: „Mir ist aufgefallen, dass Deutsche oft das Gefühl haben, das Recht zu haben, sich zu beschweren. Es ist das Gefühl, dass einem etwas anderes zusteht. In dieser extremen Form habe ich das nur in Deutschland erlebt.“

Generalist v/s Spezialist

Für Jobsuchende in den Vereinigten Staaten kann es etwas flexibler zugehen als in Deutschland: Es geht im Bewerbungsverfahren eher darum, neben einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz vorweisen zu können auch eine starke Lernbereitschaft und die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln argumentativ zu untermauern. Menschen wechseln im Vergleich zu Deutschland sehr häufig ihren Arbeitsplatz und ihren Arbeitgeber und arbeiten möglicherweise in vielen verschiedenen Bereichen und Branchen. Die Arbeitssuche hat also viel mit Selbstvermarktung zu tun. In den USA wird der „Résumé“ verwendet, der nicht die gesamte Berufslaufbahn einer Person umfasst. Der Bewerber passt seinen Résumé an die Stelle an, auf die er sich bewirbt, und hebt dabei seine relevanten Fähigkeiten hervor, einschließlich seiner Transferrable Skills – Kompetenzen, die nicht auf eine bestimmte Aufgabe oder Branche beschränkt sind, sondern in verschiedenen Kontexten angewendet werden können. In Deutschland geht es eher darum, nachzuweisen, dass man ein wahrer Experte in seinem Tätigkeitsbereich ist und über diese und jene Zertifizierungen, Abschlüsse oder andere formale Qualifikationen verfügt. Im deutschen Lebenslauf wird die gesamte Ausbildungs- und Berufslaufbahn eines Bewerbers detailliert beschrieben. Zudem ist es üblich, viel länger bei einem Arbeitgeber zu bleiben, und es ist eher ungewöhnlich, mitten in der Karriere das Arbeitsfeld zu wechseln. Grob gesagt sind Amerikaner eher unternehmerisch denkende Generalisten mit einer „Can-do“-Einstellung, während Deutsche sehr sachkundige, aber weitaus vorsichtigere Spezialisten sind.

Dieser Unterschied wird auch in der Schul- und Weiterbildung gespiegelt. Im deutschen gegliedertes Schulsystem kommt schon früh die Entscheidung, in welche Richtung es geht. Das deutsche und das amerikanische Bildungssystem unterscheiden sich erheblich in ihrer Struktur, Bewertung und Bildungsphilosophie. Deutsche Schulen – wie ihr wisst – verwenden ein dreigliedriges System auf der Sekundarstufe, bei dem die Schüler je nach schulischen Leistungen in verschiedene Schultypen eingeteilt werden, während das US-amerikanische K-12-System einen umfassenderen Ansatz mit einer einzigen Schulstruktur für alle Schüler bietet. Die deutsche Bildung legt Wert auf formelle Prüfungen und einen stärker strukturierten Lehrplan, während amerikanische Schulen sich auf eine kontinuierliche Bewertung durch Projekte und Klassenbeteiligung konzentrieren und mehr Flexibilität bei der Kurswahl bieten. Im weiteren Verlauf liegt der Hauptunterschied zwischen einer Ausbildung in Deutschland und dem Ausbildungssystem in den USA im Fokus auf praktische v/s theoretische Ausbildung. In Deutschland ist die Ausbildung (Apprenticeship) ein duales System, das eine Kombination aus betrieblicher Praxis und schulischer Bildung vorsieht, um die Auszubildenden auf einen bestimmten Beruf vorzubereiten. In den USA hingegen liegt der Schwerpunkt oft stärker auf einer allgemeinen Hochschulbildung oder Associate Degrees, mit weniger standardisierten, praktischen Ausbildungsprogrammen für bestimmte Berufe. Die berufliche Bildung in den Vereinigten Staaten umfasst die Ausbildung für bestimmte Berufe und wird auf verschiedenen Ebenen angeboten, darunter an High Schools, Community Colleges und spezialisierten Berufsschulen. Diese Programme zielen darauf ab, den Schülern die praktischen Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die für den Einstieg in das Berufsleben erforderlich sind, und führen oft zu einer sofortigen Anstellung nach Abschluss der Ausbildung. Während Berufsschulen, auch als Fachschulen bekannt, fokussierte Programme anbieten, die in der Regel zu Zertifikaten oder Associate-Abschlüssen in Bereichen wie Gesundheitswesen, Technologie und verschiedenen Handwerksberufen führen, ist das deutsche duale Modell in den USA nicht vorherrschend. Allerdings werden in den USA zunehmend duale Ausbildungsprogramme erforscht und umgesetzt, die oft vom deutschen Modell inspiriert sind, insbesondere in bestimmten Branchen und Regionen.

Work-Life-Balance

Die Unternehmenskultur in den USA legt großen Wert auf Leistung, berufliche Weiterentwicklung und Wettbewerbsgeist. Lange Arbeitszeiten sind weit verbreitet. Die Personalpolitik „Hire-and-Fire“ kann kaum ein Deutscher sich vorstellen, auch wenn der Druck in Deutschland wächst, eine immer stärkere Effizienz- und Leistungsorientierung durchzusetzen. Die deutsche Unternehmenskultur legt in meinen Augen großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, mit deutlich kürzeren Arbeitszeiten, großzügigen Auszeiten für Erholung und Urlaub und einem stärkeren Fokus insgesamt auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter, was sich letztendlich sehr positiv auf die Produktivität und Motivation auswirkt. E-Mails zu jeder Tages- und Nachtzeit zu empfangen oder zu beantworten, ist in Deutschland undenkbar, und eine strengere Trennung zwischen Arbeit und Privatleben wird ausgelebt, auch zwischen Kollegen während und nach der Arbeit, als ich das in Amerika gekannt habe.

Entscheidungsprozesse

Die amerikanische Unternehmenskultur zeichnet sich oft durch eine eher unternehmerische Denkweise aus, bei der schnelle Entscheidungen hoch geschätzt werden. Das mittlere Management verfügt beispielsweise über weitaus mehr Entscheidungsfreiheit, auch in Bezug auf das Budget. In Deutschland hingegen wird eher ein konsensorientierter und strukturierter Ansatz verfolgt. Entscheidungsprozesse umfassen gründliche Analysen und Konsultationen mit dem Ziel einer breiten Konsensfindung zu erreichen.

Wie kann ich helfen?

Ein tiefes Verständnis beider Kulturen: Ich habe fundierte kulturelle Kenntnisse und Einblicke, die in beiden Ländern verwurzelt sind. Ich bin in den Vereinigten Staaten geboren, aufgewachsen und ausgebildet worden und betreibe seit 15 Jahren mein Coaching-Unternehmen in Deutschland. Wenn ich Unternehmen und Unternehmer dabei helfe, sich in den komplexen Geschäftskulturen zurechtzufinden, kann ich dazu beitragen, dass Einzelpersonen und Organisationen ihre Ergebnisse optimieren und ihre Geschäftsziele erfolgreich umsetzen.

Lösungen auf Maß für diverse Ziele: Ich bin mir der vielfältigen Anforderungen von Kunden bewusst, die zwischen zwei oder mehr Kulturen pendeln. Deshalb biete ich maßgeschneiderte Lernlösungen an, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Unternehmen und Geschäftsleuten zugeschnitten sind, die sowohl in den USA als auch in Deutschland tätig sind. Die erfolgreiche Navigation durch die Geschäftskulturen der Vereinigten Staaten und Deutschlands ist für Unternehmen, die international expandieren möchten, von entscheidender Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit einem interkulturellen und Sprachcoach wie mir kann Unternehmen dabei helfen, wertvolle kulturelle Einblicke zu gewinnen und die Kommunikation zu verbessern oder zu optimieren, indem beide Seiten des Gesprächs berücksichtigt werden.

Klingt gut? Lasst uns zusammenarbeiten! Start by saying hi:

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11 Tipps für dein Vorstellungsgespräch auf Englisch

Ich arbeite seit Jahren als Interview-Coach, um Kunden auf Vorstellungsgespräche auf Englisch vorzubereiten. Dabei habe ich parallel sehr eng mit Personalvermittlern und Personalabteilungen in einem internationalen Umfeld zusammengearbeitet in meiner Tätigkeit als Business-Englisch-Coach. Heute möchte ich dir 11 Insider-Tipps geben, die dir bei der Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch helfen, egal ob du dich zum ersten Mal auf eine internationale Stellenanzeige bewirbst oder deine Interviewfähigkeiten im Allgemeinen verbessern möchtest.

Zum Thema Englisch:

1. Lege deinen Perfektionismus ab und benutze das Englisch, das du hast. Viel mehr ist kurzfristig sowieso nicht drin, auch wenn es sicherlich sinnvoll wäre, Pläne zu schmieden, wie du künftig dein Englisch im beruflichen Kontext weiterausbaust. Damit kann ich dir helfen. In der Zwischenzeit, achte darauf Wörter zu verwenden, die dem deutschen Ausdruck, den du suchst, am nächsten kommen, auch wenn sie einfach sind, anstatt stecken zu bleiben. Vielleicht kannst du aus einem Durcheinander sogar einen lustigen Moment im Interview machen, der Selbstbewusstsein und Verwundbarkeit zugleich aufweist. Und wenn dein Englisch nicht das Beste ist, gib einfach zu, dass du dir dessen bewusst bist und aktiv daran arbeitest, indem du xyz machst (was auch immer es ist). Jede Schwäche ist eine Gelegenheit, Selbstbewusstsein, Einfallsreichtum und Lernbereitschaft zu zeigen. Also atme tief durch und mache weiter! Eine Coaching-Session mit mir zur Vorbereitung kann sehr viel Berührungsangst abbauen. Buch dir eine!

Vor deinem Bewerbungsgespräch auf Englisch:

2. Sei gut auf dein Vorstellungsgespräch vorbereitet. Zeige, dass du deine Hausaufgaben gemacht hast, indem du erwähnst, was du auf der Website des Unternehmens gesehen hast. Wähle vielleicht einen Unternehmenswert oder etwas aus dem Leitbild aus, das dich persönlich anspricht. Du musst nicht die Wikipedia-Seite auswendig lernen, aber wenn du so etwas erwähnst, zeigst du, dass du es ernst meinst – auch bei der Auswahl eines Arbeitgebers, der optimal zu dir passt.

3. Versuche, ruhig zu bleiben, auch wenn du nervös bist. Es ist normal, vor einem Vorstellungsgespräch etwas nervös zu sein, besonders wenn viel auf dem Spiel steht. Du kannst vorher einige Erdungsübungen machen oder Atemtechniken anwenden, die dir helfen, dein Nervensystem zu regulieren. Wenn du Tipps dazu brauchst, kann ich dir gerne helfen.

4. Denk daran, wenn du nervös wirst: Dein Interviewer ist wahrscheinlich auf deiner Seite. Sie wollen einen Kandidaten finden und du bist eingeladen worden. Manchmal sind sie sogar verzweifelt auf der Suche und unter ziemlich viel Druck, die Stelle zu besetzen. Stelle dir vor: Jeder, der einer Präsentation zuhört, möchte, dass diese doch gut gelingt – dass man sich nicht langweilt, dass es spannend oder interessant ist, etc. Und jeder Personalvermittler möchte jemanden finden, der gut zu einer offenen Stelle passt. Ich denke, es kann sehr hilfreich sein, die Situation mental neu zu definieren und den Interviewer als Verbündeten statt als Verhörer oder Feind zu betrachten.

In deinem Bewerbungsgespräch auf Englisch:

5. Begrüße deine Gesprächspartner freundlich. Denk daran, dass du dich in einem Vorstellungsgespräch auf Englisch mit dem Vornamen begrüßt. Es ist normal, mit Small Talk zu beginnen, um die Atmosphäre aufzulockern. Auf die Frage „wie geht’s dir?“ antworten? „I’m great,“ ist super. Die Frage ist vielmehr eine Begrüßung, als eine Frage, bei der deine Antwort in die Tiefe gehen soll.

6. Sei freundlich und halte Augenkontakt. Du musst keine Show abziehen, aber Sympathie ist sehr wichtig. Und Augenkontakt ist besonders wichtig. Das zeigt, dass du selbst unter Druck selbstbewusst und sympathisch sein kannst.

7. Sei ehrlich und authentisch. Dieses Vorstellungsgespräch dreht sich um dich, also sei ganz du selbst und erzähle deine Geschichte. Das ist eine gute Gelegenheit, deine Grundwerte und deine persönliche Marke zu vermitteln und zu begründen, warum du gut in das Unternehmen passt. Wenn du dir nicht ganz im Klaren darüber bist, wofür du dich begeisterst, was deine Marke ausmacht oder was dich motiviert, kann ich dir in einer Coaching-Sitzung dabei helfen, zu mehr Klarheit für deine Storytelling zu finden.

8. Erzähle etwas über dich selbst und beantworte Fragen so individuell wie möglich. So kannst du dich und deine Geschichte wirklich ins beste Licht rücken. Konzentriere dich auf das, was einen größeren Eindruck hinterlässt. Es mag zwar stimmen, dass du verheiratet bist und gerne mit deinen Freunden Zeit verbringst, aber das gilt für die meisten Menschen. Was macht dich als Person und als Experte auf deinem Gebiet einzigartig?

9. Achte auf eine angemessene Körpersprache. Sitze aufrecht, aber entspannt. Achte darauf, dich nicht zu krümmen oder die Arme vor dir zu verschränken. Du kannst probieren, wie es sich für dich anfühlt, mit den Händen zu gestikulieren, wenn du eine Geschichte erzählst oder etwas betonst. Das kann auch eine tolle, lebendige und animierende Wirkung haben.

10. Zeige Interesse an deinem zukünftigen Arbeitsbereich. Für den Interviewer ist es wichtig zu sehen, dass du die Anforderungen und Aufgaben der Stelle verstanden hast, und zu hören, warum du diese erfüllen oder sogar übertreffen wirst. Bereite Beispiele aus deiner bisherigen Berufserfahrung vor und untermauere diese mit Fakten, Zahlen oder Beispielen, wie du zum Erfolg beigetragen hast.

11. Stelle deinem Arbeitgeber Fragen. Du könntest fragen, unter wem und mit wem du arbeiten wirst. Du kannst einige Dinge ansprechen, die du über die Unternehmenskultur recherchiert hast. Du könntest den Interviewer sogar fragen, wie er die Auswirkungen dieses bestimmten Wertes oder Corporate-Benefits in seinem eigenen Arbeitsleben erlebt. Es gibt viele gute Fragen, die man stellen kann. Warum wird diese Stelle ausgeschrieben? Wie wird mein Onboarding organisiert sein? Und auch: Wann kann ich mit einer Rückmeldung von Ihnen rechnen? Das schafft Verbindlichkeit in deinem Sinne.

Foto eines Mannes auf einer Blumenwiese

Willst du dich maximal fit fühlen für dein Interview? Dann buche jetzt eine Coaching Session. Meine Erfahrung als Interview-Coach zeigt, dass Kunden mit allerlei falschen Sorgen in die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch kommen und auf einige Fragen, die ihnen wirklich einen klaren Vorsprung gegenüber anderen Bewerbern verschaffen könnten, eher unklare Antworten parat haben. Das sortieren wir alles gemeinsam. Nicht jeder ist ein erfahrener Interviewee, und es ist generell eine ziemliche Herausforderung, sich selbst wirklich zu sehen – geschweige denn selbstbewusst über sich zu sprechen. Ein Spiegel, in den wir schauen können und der uns unser eigenes Bild in einem anderen, klareren Licht zurückwirft, ist für mich das, worum es beim Interview-Coaching geht. Schauen wir also gemeinsam hin: Schließlich sind wir selbst in vielerlei Hinsicht unser größtes Rätsel, und es ist unsere Lebensaufgabe, uns selbst zu ergründen. Meine Kunden sind oft überrascht von dem, was wir dabei entdecken.

Let’s have a look!

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„Dauern“ auf Englisch – take oder last?

How long does it take you? How long will it last? Wie lange dauert es? Heute erkläre ich diese Feinheit im Englischen:

Sowohl „take“ als auch „last“ werden verwendet, um die Zeitspanne zu beschreiben, die für etwas benötigt wird. Wir neigen dazu, „take“ zu verwenden, wenn wir mehr Kontrolle über die jeweilige Erfahrung haben, und „last“, wenn wir wenig oder keine Kontrolle darüber haben. „Take“ deutet auf eine aktivere Beteiligung hin, während „last“ eine eher passive Erfahrung impliziert.

  • How long does the film last? (der Film dauert, so lange wie er eben dauert)
  • How long did it take you to get to work? (man hätte schon Einfluss auf die Dauer, je nach Route, Geschwindigkeit, Verkehrsmittel, etc.)
  • The game lasted for over three hours. (das Spiel dauert, bis es eben aus ist)
  • It used to take me an hour to do my hair in the morning. Now that I’ve cut it short, it only takes me five minutes. (man hat schon Einfluss auf die Routine, auf die Frisörauswahl, etc.)

Wenn wir das vorbereitende „it“ als Subjekt verwenden und ihm ein Personalpronomen wie I, you, her, him oder it folgt, müssen wir jedoch „take“ und nicht „last“ verwenden:

  • It will take me forever to get through this mountain of paperwork.
  • At this rate, it will take her forever to finish her degree.
  • His car is so messy, it’s bound to take him all day to clean it.

Frei haben / sich frei nehmen – Übersetzung ins Englische?

Angenommen du nimmst dir morgen den Tag frei und willst einen englischsprachigen Kollegen oder Kunden das sagen. Was wäre deine Wortwahl? Im Englischen hat ein freier Tag nichts mit “free” zu tun. Wir würden sagen: I have tomorrow off. Hier einige Beispielsätze:

Have a/the day off – take a/the day off = frei haben / sich frei nehmen

  • I have Thursday and Friday off next week.
  • She’s taking tomorrow off.
  • I took last week off.
  • A: Want to grab lunch with me tomorrow? B: Sure, I’m off (work) tomorrow afternoon.
  • A: When do you have off next week? B: I’m off Tuesday and Friday.

When’s your next day off?

Englisch für Coaches und Coachinganbieter

Business English für Coaches deutschlandweit

Bist du Coach auf der Suche nach besserem Englisch für dein Business? In den letzten 15 Jahren habe ich Coaches aus ganz Deutschland (bzw. ihre Teams) aus verschiedenen Coaching-Bereichen mit Business English Coaching und Übersetzungen unterstützt. Von der Überholung der englischen Webpräsenz, der Optimierung von Präsentationen und Vorträgen bis hin zur allgemeinen Steigerung der Handlungssicherheit im Englischen, bin ich ein Englisch-Coach geworden, der viel Erfahrung damit hat, andere Coaches zu begleiten.  

Begleitung für diverse Schwerpunkte

Es gibt eine unwahrscheinliche Bandbreite im Feld des Coachings. Zu den Themenschwerpunkten, mit denen ich bislang in Berührung gekommen bin gehören Business Coaching mit dem Fokus Vermarktung und Kundengewinnung, Leistungssteigerungen im Bereich Geschäftsführung & Top Management, Achtsamkeit, Resilienz und gesteigertes Wohlbefinden im beruflichen und privaten Alltag, die pädagogische Arbeit und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Studierenden, die Steigerung von Bewusstsein für interkulturelle Kompetenzen, u.v.m.

Erweitere deine Reichweite

Brauchst du besseres Englisch und mehr Handlungssicherheit, Selbstbewusstsein und Wohlgefühl beim aktiven Sprechen für deine Tätigkeit als Coach? Als Profi für das Sprachpaar Deutsch/Englisch kann ich dir helfen, auch deine Leistung auf internationalem Parkett zu steigern. Business English Coaching sorgt dafür, dass deine Kernkompetenzen noch besser bei deinen Kunden zur Geltung kommen. Zusammen stellen wir sicher, dass deine Coaching-Expertise im internationalen Umfeld genauso überzeugt wie auf Deutsch. 

Coaches aus ganz Deutschland, die ich bislang begleitet habe:

  • Pascal Feyh – MehrGeschäft, Neuss
  • Felicitas von Elverfeldt, Frankfurt am Main
  • Dr. Christine Issa & Dr. Sardar Kohistani – SaminWorld, Düsseldorf
  • Brigitta Kemner, Düsseldorf
  • Garbiele Loenne, Großheide (Niedersachen)
  • Mathias Huppenbauer – MACHART, Krefeld

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Wie sagt man „Vertretung“ oder „Stellvertretung“ auf English?

Wer vertritt dich, wenn du in den Urlaub fährst? Somebody’s got to cover for you. Die Wörter Vertretung/Stellvertretung/vertreten decken im Deutschen kontextuell eine ganze Bandbreite ab! Im Englischen ist es etwas schwammiger:

  • “I’m covering her shift this Tuesday.”
  • “I’m standing in for Sandra while she’s on vacation.”
  • “I spoke to a representative of the company.”
  • “She’s a substitute teacher.”
  • “I support that idea.”
  • “She’s the deputy chairperson of the board.”

Wie man sieht, gibt es viele verschiedene Flavors von Vertretung im Englischen. Die passende Übersetzung hängt vom Kontext ab. Traurig, aber wahr!

Ein schönes langes Wochenende wünscht

Jesse

„Happy“ oder „Lucky“: was ist der Unterschied?

Hin und wieder bringt man diese Worte durcheinander. Aus guten Gründen! Auf Deutsch deckt ein Wort alles ab: Glück

Happy ist ein Gefühl der Freude oder Zufriedenheit, die wir empfinden oder zeigen:

„John came over and looked happy and excited.“

“I’m really happy with my new haircut.”

Happy ist auch ein Gefühl des Vertrauens und der Zuversicht in eine Person, eine Vereinbarung oder eine Situation haben:

„She seemed really happy with our proposals.“

“They seemed happy with most of our ideas.”

Lucky bedeutet Glück haben, Glück bringen oder aus Glück resultieren.

“He was lucky he never got caught.”

“Best of luck!”

Happy with that explanation? Much luck getting it right!

Jesse

Wie sagt man „Feierabend“ im Englischen?

Everybody’s favorite time of day: der Feierabend. Aber wie wünscht man die Kollegen einen schönen Feierabend im Englischen?

Erstmal zum Deutschen:

Aus dem lateinischen Wort fēria für einen Wochentag oder kirchlichen Feiertag entwickelte sich das Wort fîra im Althochdeutschen, das „Fest“ oder „Ruhe“ bedeutete. Ab da kam’s zum Mittelhochdeuschen vîre für einen festlich begangenen Tag oder die Arbeitsruhe (von da kommt das Neuhochdeutsche „Feier“). Im 12. Jahrhundert bezeichnete dann vîr-âbent den Vorabend eines Feiertages. Dieser Begriff wurde dann ab dem 16. Jahrhundert unter dem Einfluss der Sprache der Handwerker umgedeutet zu „Beginn der Ruhezeit am Abend“.

In Amerika sagt man hierzu am ehesten „quitting time“, z.B. „It’s quitting time!“ – aber Kollegen sagen das nicht zueinander wie „schönen Feierabend“ (im Sinne von „ich wünsche dir einen“). Es ist eher die Feststellung „it’s quitting time (für mich)“! Ich gehe jetzt und verabschiede mich in den Feierabend, bzw. wir alle haben jetzt Feierabend und können endlich in die Abendruhe einkehren.

Und da es zufällig heute Freitag ist, muss ich an TGIF denken – thank God it’s Friday! Ein schönes Wochenende wünscht

Jesse

Stich im Englischen – “bite” oder „sting“? Was ist der Unterschied?

Neulich sagte eine Kursteilnehmerin „stitch“ im Sinne des Deutschen Wortes „Stich“, wie „Bienenstich“ oder „Insektenstich“… da musste ich an nähen denken, oder Fäden im medizinischen Sinne. Voll verständlich von ihr! Im Deutschen kann bei den meisten Insekten wunderbar mit einem Wort: Stich auskommen. Im Englischen unterscheiden wir in diesem Kontext zwischen den Worten „bite“ und „sting“:

Ein „Bite“ entsteht, wenn ein Insekt (z. B. eine Mücke oder eine Bettwanze) mit dem Mund in die Haut eines Menschen eindringt, in der Regel, um Nahrung aufzunehmen. „Bites“ jucken normalerweise. Na gut… Flohbiss gibt’s ja im Deutschen auch. Gibt’s andere Insektenbeispiele? Hummel z.B. scheinen tatsächlich zu stechen, auch wenn viele glauben, sie würden doch beißen.

Ein „Sting“ entsteht, wenn ein Insekt ein anderes Körperteil, z. B. einen mit Widerhaken versehenen Stachel am Schwanzende, benutzt, um die Haut zu durchbohren und ein Gift (Tiergift) zu injizieren. Sie tun dies in der Regel zur Selbstverteidigung. Stiche sind schmerzhafter als „Bites“.

Wurdest du also ge-stung, oder ge-bitten? Hängt vom Insekten ab 🐝

Wie spricht man „etc.“ aus?

Hin und wieder beobachte ich bei Teilnehmenden, dass sie über das englische Adverb „etc.“ stolpern, wenn sie z.B. Texte laut vorlesen.

Die lateinische Formulierung et cetera wird im Englischen seit dem frühen Mittelalter verwendet und bedeutet übersetzt „und andere der gleichen Art“ (im Sinne von usw. im Deutschen):

„We saw plenty of animals at the zoo, like elephants, chimpanzees, donkeys, etc.“

Oft höre ich, wie meine Teilnehmer die einzelnen Buchstaben laut vorlesen wie „E“ „T“ „C“

Dabei wird das Adverb wie folgt ausgesprochen:

US: /ɛtˈsɛtərə/ („et cetera“)